x=1 ist immer eine Nullstelle von f: K−(r+K)+r=0. Sie ist aber eine Scheinlösung. Sie entsteht erst durch das Multiplizieren mit (x−1) und bedeutet „0 % Zinsen“. Die ursprüngliche Gleichung mit der Summe erfüllt sie nur, wenn K=mr.
f ist ein Polynom vom Grad m+1, hat also m+1 (komplexe) Nullstellen. Nicht-reelle Nullstellen treten in konjugiert komplexen Paaren auf.
Für m≥5 (Grad ≥5) gibt es keine analytische Lösungsformel. ⇒ numerisch lösen.
Es interessiert nur x>1 (keine negativen Zinsen).
Messfehler (z.B. gerundete Rate r) übertragen sich auf f und damit auf x∗. Wie stark, klärt die Kondition.
Startwert ist wichtig (Folie: „A) Wahl des Intervalls?“)
Mit x0=1 bleibt Newton sofort auf der Scheinlösung stehen (f(1)=0). Und für x0 knapp über 1 springt die Iteration leicht zur Scheinlösung, weil die beiden Nullstellen dicht beieinander liegen (f′(1)=K−mr=−7600=0, f hat dazwischen ein Minimum). Deshalb x0=1.01 deutlich rechts vom Minimum.
Variante aus dem Skript (Grieb):K=20000, m=36, r=589 ergibt x∗≈1.00319463, also p≈3.83%.
oder ins Bild klicken, um x₀ zu setzen
Schritt 1/14: Startwert x₀ = 1.01.
Folie §2/3–5 mit K = 50 000, r = 1 200, m = 48. Zinssatz p = 1200·(x − 1). Startwert 1 trifft die Scheinlösung x = 1.
Gesucht ist der Schnittpunkt von y=x und y=cosx, also die Nullstelle von
f(x)=x−cosx,f′(x)=1+sinx.
Wegen f(0)=−1<0 und f(π/2)=π/2>0 liegt eine Nullstelle in [0,π/2], und wegen f′≥0 (nur bei −π/2+2kπ gleich 0) ist sie eindeutig. Newton ab x0=0.7:
i
xi
0
0.7
1
0.739436497848
2
0.739085160465
3
0.739085133215
Nach drei Schritten 12 gültige Stellen. Die Zahl der gültigen Stellen verdoppelt sich ungefähr pro Schritt (1 → 3 → 7 → 12+), das ist quadratische Konvergenz.
Lagrange-Punkte sind Punkte in der Nähe zweier umeinander rotierender Massen (Sonne M1, Erde M2, Abstand r), in denen sich Gravitations- und Zentrifugalkräfte aufheben. Ein kleiner Körper dort (z.B. das James-Webb-Teleskop in L2) rotiert mit, ohne Antrieb zu brauchen.
Für L1,L2,L3 (auf der Verbindungslinie) vereinfacht man mit y=0 und x=r(u+1−α), α=M1+M2M2≈3⋅10−6. Das Problem ist dann eindimensional in der Unbekannten u (Folie 9–10):
Punkt
Kräftegleichgewicht
Gleichung in u
Näherung
L1
aSonne=aErde+azentrifugal
u2(3u+3u2+u3)=α(−1−2u−u2+2u3+u4)
x≈r(1−3α/3), ca. 1.5 Mio km vor der Erde
L2
aSonne+aErde=azentrifugal
u2(3u+3u2+u3)=α(1+2u+u2+2u3+u4)
x≈r(1+3α/3), ca. 1.5 Mio km hinter der Erde
L3
aSonne+aErde=azentrifugal
u2(3u+3u2+u3−2)=α(−1−2u+2u2+2u3+u4)
x≈−r(1+125α), gegenüber der Erde
Das sind Polynomgleichungen vom Grad 5 in u, also keine geschlossene Lösung ⇒ Newton. Wegen 3α/3≈0.01 ist u≈±0.01 ein guter Startwert. L4,L5 (y=0) führen auf ein zweidimensionales Problem.
Ergänzung: woher kommt 3α/3?
Für kleines ∣u∣ dominiert links 3u3 und rechts ±α. Bei L1: 3u3≈−α, also u≈−3α/3 (zwischen Sonne und Erde). Bei L2: 3u3≈α, also u≈+3α/3. Mit α≈3⋅10−6 ist 310−6=0.01, und 0.01⋅r≈0.01⋅1.5⋅108km=1.5 Mio km. Genau diese Näherung ist ein guter Newton-Startwert.